Stadt Blankenberg

Mittelalterliches Kleinod, imposante Burganlage, idyllischer Ort, Nachtwächterführungen

Weithin sichtbar, hoch oben auf einem Felssporn über der Sieg, thront das mittelalterliche Stadt Blankenberg. Die Grafen von Sayn hatten sich für die Errichtung ihrer Burg (1150-1180) ein hervorragendes Plätzchen ausgesucht: Die Befestigung auf dem unbewaldeten „blancken“ Berg versetzte die Burgherren in die Lage, die Zugänge zum Siegtal, ins Bergische Land, den Westerwald und das Siebengebirge zu beherrschen. Heute steht die Hauptburg dieser bedeutenden Festung des Rheinlands mit ihren Nebengebäuden unter der Obhut der Stadt Hennef (Öffnungszeiten der Burganlage: April bis September Di-So 10-18 Uhr, Oktober bis März je nach Witterung).

Mehr zur Geschichte des Ortes finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Heimatmuseum im Katharinenturm

In einem Torturm der Neustadt aus dem 13. Jahrhundert, dem Katharinenturm, ist das Heimatmuseum untergebracht. Hier wird Geschichte lebendig. Zu bewundern ist unter anderem ein maßstabgetreues Modell der Stadt Blankenberg samt Burganlage, wie sie früher einmal bewohnt wurde (Öffnungszeiten: April-Oktober sonntags 15 bis 17 Uhr, Erwachsene 2 €, Kinder bis 16 Jahre frei).

Weinbaumuseum

Das kleine Weinbaumuseum im so genannten "Runenhaus" gibt Einblick in die jahrhundertelange Geschichte des Weinbaus in Stadt Blankenberg. Hier beginnt auch der Weinwanderweg, der durch die ehemaligen Weinlagen führt. 1985 wurde wieder ein privater Weingarten unterhalb der südlichen Stadtmauer angelegt, ganz in der Nähe steht auch eine fast 400 Jahre alte Weinpresse. (Öffnungszeiten: April-Oktober sonntags von 15 bis 17 Uhr, Erwachsene 1,50 Euro, Kinder 0,50 Euro).

Stadtrundgänge

Stadtrundgänge werden in den Monaten April bis Oktober an jedem ersten Sonntag im Monat und zu individuellen Terminen angeboten. Informationen und Buchungen bei der Tourist-Info, Tel. 02242 / 19 433. Dort erfährt man auch alles über die beliebten Nachtwächterführungen, die sowohl für Erwachsene wie auch für Kinder angeboten wird. Ein wirklich lohnendes Ereignis, auch für Gruppen, Schulklassen, Betriebsausflüge oder als besonderes Geburtstagsgeschenk. Fragen Sie auch nach dem spannenden Kinder-Wanderweg!

Impressionen aus Stadt Blankenberg

Erlebniswege rund um Stadt Blankenberg

Die abwechslungsreichen, mal leicht zu bewältigenden, mal anspruchsvolleren "Erlebniswege Sieg"  führen durch die schönsten und außergewöhnlichsten Landschaften der Naturregion. Es handelt sich um 20 Rundwege. Zwei von diesen Wegen führen Wanderer rund uum Burg und Stadt Blankenberg: Der "Burgweg" und der "Dreitälerweg".

Weitere Informationen auf der Website https://naturregion-sieg.de.

Kindererlebnisweg

Eine spannende Zeitreise durch Stadt Blankenberg! Für den Erlebnisweg für Kinder in Stadt Blankenberg hat die Hennefer Künstlerin Anna Karina Birkenstock (www.annakarina.de), die bereits den Hennefer Kinderstadtplan gestaltet hatte, eine phantasievolle Geschichte rund um die beiden Kinder Anton und Amelie erfunden, die Stadt Blankenberg vor dem finsteren Alchimisten Malus Sinistrus retten müssen: „Rettet Stadt Blankenberg! Eine spannende Zeitreise durch die Stadt.“

An acht Stationen rund um und durch Stadt Blankenberg müssen die Kinder Rätsel lösen und die Lücken eines geheimnisvollen Pergamentes füllen, um den Ort vor dem Untergang zu retten. Ganz nebenbei kommen die jungen Besucher dabei an zahlreichen historisch bedeutsamen Orten der Stadtgeschichte wie der Kirche St. Katharina, der Altstadt oder der Burganlage vorbei.

Wer mag, kann die lange Version der Geschichte studieren, die in einem 37 Seiten starken Booklet nachgelesen werden kann. Ungeduldige können die Rätsel auch anhand von acht Tafeln entlang des Erlebnisweges zu lösen versuchen. Der schwarze Kater Remus, eine zentrale Figur des Buches, hilft als Silhouette an Weggabelungen, den richtigen Weg zu finden. Die Kurzversion des Erlebnisweges wurde in Zusammenarbeit von Umweltamt, Jugendamt und der Abteilung Kulturentwicklung im Kulturamt auf der Basis des Buches von Anna Karina Birkenstock entwickelt.

Rubbelsteine und Holzfiguren

Mit Aufmerksamkeit und Kombinationsgabe ist es nicht allzu schwer, die Lücken im Pergament zu füllen, an drei Stationen helfen sogar Rubbelsteine, mit denen man Teile der Lösung auf dem Pergament durchrubbeln kann. Außerdem markieren drei Holzfiguren der (verstorbenen) Hennefer Kettensägenkünstlerin Uschi Elias den Weg: am Start am Katharinentor eine lebensgroße Figur des Alchimisten, am Ziel eine Figur des Katers Remus und zwischendurch eine Darstellung eines Sacks, der in der Geschichte von einer alten Frau den Berg empor geschleppt wird.

Für Kinder von 8 bis 12 Jahren

Empfohlen ist der Weg für Kinder von 8 bis 12 Jahren, wobei die Jüngeren wohl eher den Weg anhand der Tafeln gehen oder sich das Buch von den Eltern vorlesen lassen. Und Eltern helfen sicher gerne, so dass der Weg letztlich für die ganze Familie zu einem tollen Erlebnis wird! Um den Kindererlebnisweg zu gehen, benötigt man mindestens das geheimnisvolle Pergament, das man in den Stadt Blankenberger Gastronomiebetrieben und bei der Tourist-Infos im Hennefer Rathaus erhält. Das Booklet selber erhält man ebenfalls bei der Tourist-Info, Gruppen und Klassen auch in größerer Zahl. Der Weg startet an der Wandertafel vor dem Katharinentor und endet … – das bleibt so lange ein Rätsel, bis man selber das Pergament gelöst hat.

Tastmodell Stadt Blankenberg

Das Tastmodell von Burg und Stadt Blankenberg ist nicht nur für sehbehinderte Menschen eine schöne Ergänzung zum Spaziergang in Stadt Blankenberg. Als Vorbild für das rund 170 mal 100 Zentimeter große Bronzemodell im Maßstab 1:350 diente das Modell von Burg und Stadt Blankenberg im Katharinenturmmuseum aus den Jahren 1936 bis 1937. Es stellt die Stadt mit der Neustadt und der Altstadt sowie Burg Blankenberg mit Hauptburg und Vorburg in der Situation um 1500 dar. Das Modell gibt eine gute Vorstellung von der Konzeption der ehemaligen Burganlage, die heute nur noch mit ihren Ringmauern und den Türmen erhalten geblieben ist. Es ist zentral auf der ehemaligen Burganlage aufgestellt, so dass Besucherinnen und Besucher sich eine Vorstellung von der historischen Burganlage machen können. Konzipiert ist das Modell aber insbesondere als Tastmodell für Blinde. Es gibt sehbehinderten Menschen die Möglichkeit, die baugeschichtliche Entwicklung und baulich-räumliche Struktur von Stadt und Burg zu erfahren. Der Maßstab ist ideal geeignet, da das Modell von einem Standort aus ertastet werden kann. Alle Beschriftungen sind in Braille- und Normalschrift vorhanden.

Geschichte von Stadt und Burg

Stadt Blankenberg verdankt seinen Ursprung der von den Grafen Heinrich II. und Eberhart II. von Sayn auf einem Felssporn über der Sieg errichteten Burg. Anfang des 13. Jahrhunderts machten sie die 1181 erstmals erwähnte Burg zu ihrem bevorzugten Aufenthaltsort. Hauptburg, Vorburg und die von der Burganlage getrennte Altstadt mit einer Fläche von 1,6 Hektar sind im 12. Jahrhundert auf dem Bergrücken angelegt worden. Für den Ausbau und die Sicherung ihres Territoriums verliehen 1245 Graf Heinrich und Gräfin Mechthild von Sayn den Bürgern von Blankenberg Freiheit und Stadtrecht, Jahr- und Wochenmarkt und die freie Schöffenwahl. Die Befestigung der Neustadt geht auf diese Zeit zurück. 1246/47 fiel Blankenberg an die Heinsberger. 1363 kamen Burg, Stadt und Amt Blankenberg an die Grafen von Berg.

Nach Zerstörungen im 30-jährigen Krieg im 17. Jahrhundert sank Stadt Blankenberg zur Bedeutungslosigkeit herab. In französischer Zeit verlor es 1805 die Stadtrechte und wurde als Landgemeinde der „Mairie Hennef“ zugeordnet. Haupttätigkeit der Stadtbewohner blieb die Landwirtschaft, bis 1907 auch der Weinbau. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckten Geschichtsfreunde das „Kleinod im Siegtal“. Durch die Eröffnung der Eisenbahn im Siegtal wuchs die Zahl der Besucher*innen und letztlich auch der Einwohner*innen. Nach dem Verlust der Stadtrechte 1805 gelang es den Bürgern bis 1934 einige Selbstverwaltungsrechte zu erhalten. Seit 1954 heißt der inzwischen nach Hennef eingemeindete Ort in Erinnerung an die einstigen Freiheiten „Stadt Blankenberg“.

Nach dem 2. Weltkrieg gab der Heimat- und Verkehrsverein den Anstoß zur Erhaltung des Gesamtdenkmals Stadt Blankenberg. Die Notwendigkeit der Restaurierung von Gebäuden wurde damit erstmals zum generellen Thema. 1978 hat die Gemeinde Hennef einen Bebauungsplan aufgestellt, am 08.01.1988 trat die Denkmalbereichssatzung „Ortskern Stadt Blankenberg“ in Kraft.

Die Burg heute

Von der ehemaligen Hauptburg sind heute nur noch Reste erhalten: Reste des Palas, des Pfortenhauses und spärliche Reste einer Doppelkapelle. Auf der Südseite steht ein mächtiger Bastionsturm aus dem 15. Jahrhundert, an der Nordseite ein runder Bergfried. Durch ihre erhöhte Lage auf der Spitze eines Felssporns mit einem beeindruckenden Blick über das Siegtal hat die Burg eine besondere Wirkung, die heute zahlreiche Touristen anzieht. Auf der Vorburg sind ein starker Rundturm und eine hohe Schildmauer sowie ein Torturm erhalten. Die Vorburg befindet sich im Privatbesitz und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Alt- und Neustadt

Die ehemalige Altstadt ist heute eine Weidenfläche. Sie ist in weiten Teilen ebenfalls in Privatbesitz. Sie bildet ein bisher kaum erforschtes Bodendenkmal. Die Altstadt ist wie Burg und Neustadt ebenfalls gesäumt von einer Stadtmauer eingerahmt. Diese ist im Süden zur Neustadt hin gut erhalten, in den anderen Bereichen jedoch nur noch fragmentarisch. Südlich der Altstadt schließt der heutige Siedlungsschwerpunkt und erhalten gebliebene historische Ortskern der Neustadt an. Sie ist vollständig von der ehemaligen Stadtmauer gesäumt. Der Katharinenturm im Süden und der Grabenturm im Norden bilden weithin sichtbare, imposante Eingänge zum Ortskern.

Denkmale und Denkmalbereichssatzung

Der Ortskern ist geprägt durch eine gut erhaltene, historische Struktur, die sich durch schmale Straßen und Gassen, den Marktplatz und eine kleinteilige, zumeist zweigeschossige Bebauung auszeichnen. Prägend für Stadt Blankenberg sind Gebäude in Holzfachwerkbauweise. Entlang der Mechthildisstraße, der Katharinenstraße, der Renteigasse, am Marktplatz sowie in der Graf-Heinrich-Straße stehen mehr als die Hälfte der Gebäude unter Denkmalschutz. Der ausgewiesene Denkmalsatzungsbereich Stadt Blankenberg umfasst die Neustadt mit der Stadtumwehrung. Geschützt sind der mittelalterliche Straßengrundriss, die Parzellierung sowie das historische Erscheinungsbild einer Vielzahl der Wohnhäuser des 18. und 19. Jahrhunderts. In diesem Bereich sind ebenfalls zahlreiche Einzeldenkmäler geschützt. Hervorzuheben sind neben der Hauptburg, der Vorburg und den mittelalterlichen Befestigungsanlagen von Alt- und Neustadt vor allem die beiden Stadttore, das aus dem 13./14. Jahrhundert stammende Katharinentor und das Grabentor sowie die aus dem 13. Jahrhundert stammende Pfarrkirche St. Katharina. Als prägnante Bauten im Ortsbild sind außerdem das Runenhaus, die ehemaligen Schulgebäude am Markt und an der Mechthildisstraße zu nennen.

Bodendenkmale

Der gesamte Bereich der Burg mit Altstadt und Neustadt ist als Bodendenkmal geschützt. Darüber hinaus ist das historische Straßen- und Wegenetz des Ortes weitgehend erhalten und Teil des Denkmals. Bemerkenswert sind auch die historischen Hohlwege. Der Hohlweg Scheurengarten am Fuße der südseitigen Stadtbefestigung ist ein künstlich ausgehobener ehemaliger Wehrgraben und damit integraler Bestandteil der historischen Befestigungsanlagen. Die nach Süden orientierte, mauerseitige Böschung wird zudem bis heute als Weinberg genutzt und ist mit seinen erhaltenen Trockenmauern und Terrassierungen Teil der historischen Kulturlandschaft in und um Stadt Blankenberg, die Spuren weiterer historischer Weinberge umfasst. Der am Katharinenturm endende Hohlweg der Eitorfer Straße in Richtung Süchterscheid bildet die historische Wegverbindung von Osten zum Hügelrücken von Stadt und Burg. Er war bereits für den Materialtransport zum Bau der Burg von Bedeutung. Die künstliche Ausbildung als Hohlweg verbesserte zudem die Möglichkeit der Kontrolle und die Verteidigung des Städtchens. Der Hohlweg der Eitorfer Straße ist zwar kein eingetragenes Denkmal, jedoch ein für die historische Kulturlandschaft wichtiges Relikt.