Rund um Bödingen


Sonnenuntergang über Bödingen

Sonnenuntergang über Bödingen

Wallfahrtskirche "Zur schmerzhaften Mutter" in Bödingen

Wallfahrtskirche "Zur schmerzhaften Mutter" in Bödingen

Haus Attenbach

Haus Attenbach

Haus Attenbach

Haus Attenbach

Dondorfer See

Dondorfer See

Kapelle in Lauthausen

Kapelle in Lauthausen

Denkmalbereichssatzung Historische Kulturlandschaft „Unteres Siegtal: Stadt Blankenberg und Bödingen“ – so lautet der offizielle Titel dieses Areals. Zurzeit ist die Denkmalbereichssatzung, ein NRW-Pilotprojekt, in Arbeit. In diesem Abschnitt finden Sie die Artikel "Spaziergänge durch die historische Kulturlandschaft, Teil II", "Freiherr und Eremit", "Wallfahrten in Bödingen", "Gemeinde Lauthausen" und "Naturschutzgebiet Dondorfer See".

Spaziergänge durch die historische Kulturlandschaft, Teil II

Ob nun eine „Satzung“ daraus wird oder nicht, das ändert nichts daran, dass es sich hierbei um eine „historische Kulturlandschaft“ handelt, die es wert ist, durchwandert zu werden. Im nächsten Kapitel wenden wir uns Stadt Blankenberg zu, in diesem Bödingen.

Wir starten unsere Tour am Haus Attenbach. Nahebei finden wir den Bahnhof Blankenberg und einen Parkplatz, so dass die Anreise wahlweise mit dem Auto oder der S-Bahn-Linie 12 erfolgen kann. Der ursprüngliche Rittersitz Attenbach wird erstmals 1126 im Stiftungsbrief des Klosters Nonnenwerth erwähnt. 1545 heiratet Maria, Tochter des Arnold von Vünfzahl zu Attenbach, Wilhelm von Gevertzhagen und errichtet mit ihm gemeinsam das Wohnhaus des Rittersitzes. Nach diversen Besitzerwechseln ist Haus Attenbach heute ein landwirtschaftlicher Betrieb. Man baut Getreide, Zuckerrüben und Mais an und betreibt Milchviehhaltung, Jungviehaufzucht und Rindermast.

Wir folgen der K36 über die Sieg. Von der Brücke aus hat man einen schönen Blick hoch nach Bödingen auf der einen, hoch zur Burg Blankenberg auf der anderen Seite und links und rechts in die Siegaue … wir befinden uns im Herzen der Kulturlandschaft. Am Ortseingang von Oberauel biegen wir rechts in die Halberger Straße ein und gehen gleich wieder links in die Straße Im Lindenhof, die nach rund 250 Metern in einen Wanderweg übergeht. Wir spazieren hier auf einem der vielen alten Wallfahrtswege rund um Bödingen und erreichen nach etwa einem halben Kilometer die Oberaueler Straße, der wir links in Richtung Bödingen folgen. 

An der folgenden Kreuzung gehen wir links und machen zunächst einen großen Bogen um Bödingen. Einem teils asphaltierten Feldweg folgend, bewegen wir uns durch die Gemarkung Sieberling, bis fast an die Hangkante, wo wir auf einen Pavillon aus dem 19. Jahrhundert stoßen und am Rand längst nicht mehr genutzter Weinhänge stehen. Der Ausblick von dieser Stelle ins Siegtal bis weit ins Land hinein ist einer der schönsten aller Touren. Von hier hat man auch eine besonders gute Sicht auf Burg und Stadt Blankenberg.

Der Weg macht hier einen Bogen und stößt nach wenigen Metern auf die Straße Zum Silberling, über die wir wieder zurück in den Ort kommen. Am Ende der Straße biegen wir links in einen kleinen Weg ein, der nach 50 Metern im Stationsweg mündet, einem anderen alten Prozessionsweg, der von Lauthausen zur Bödinger Wallfahrtskirche führt. Am Weg: sieben Kreuzwegstationen.

Weiter geht es auf dem Stationsweg bis hinauf zu Kirche und altem Friedhof. Der Friedhof verfügt über eine außergewöhnliche Sammlung von Grabkreuzen vom 17. Jahrhundert bis heute. Rund um die Kirche sehen wir die alte, sehr gut renovierte Klosteranlage. An der Klostermauer und schönen Fachwerkhäusern entlang gehen wir in Richtung der Straße Auf dem Driesch, die auf Höhe eines Wanderparkplatzes in einem fast unscheinbaren Waldweg mündet: die so genannte Nutscheider Höhenstrasse oder einfach die Nutscheid, einst jahrhundertelang bedeutende Handelsroute zwischen Siegen und dem Rheinland, seit dem Bau der Siegtaleisenbahn bedeutungslos.

Tipp: Wenn wir der Nutscheid rund 400 Meter folgen, sehen wir den Stockumer Grengel, eine mittelalterliche Höhensperre, die als Grenze zwischen zwei Zollbezirken diente. Die Höhensperre ist als Aufwallung beidseitig des Weges erkennbar. Solche Höhensperren oder Landwehre wurden von spätmittelalterlicher Zeit bis in die frühe Neuzeit angelegt. Der Stockumer Grengel ist ein eingetragenes Bodendenkmal.

Unsere Route führt allerdings nicht über die Nutscheid, sondern am Wanderparkplatz in den Rotlandsweg, einen alten Hohlweg, früher ein wichtiger Zubringer zur Nutscheid. Nach knapp einem halben Kilometer stoßen wir auf den Halberger Bach und das Becken eines alten Mühlenteiches. Sowohl Mühle als auch Teich sind nicht mehr vorhanden, zu sehen ist aber noch der Mühlendamm, die alte Staumauer des Mühlenteiches, heute Verbindungsweg nach Oberhalberg. 

Auf Höhe des Mühlendammes gehen wir in Richtung Süden und folgen bis ins Tal hinunter dem Wanderweg parallel zum Halberger Bach. Nach 200 Metern sehen wir links in der Wiese liegend das Marienbrünnchen, eine Wasserquelle, die der Legende zufolge unter dem Altar der Wallfahrtskirche in Bödingen entspringen und heilkräftiges Wasser spenden soll. Neben dem Brunnenschacht ist auch das Pumpenhaus von 1923 erhalten, das zeitweise der Wasserversorgung von Bödingen diente.

Nach rund eineinhalb Kilometern kommen wir wieder nach Oberauel und in die Straße Am Bachgarten. Sehenswert hier ein Fachwerkgebäude der ehemaligen Mühle des Klosters Bödingen an der Ecke Am Bachgarten und Halberger Strasse, heute privates Wohnhaus und nur von außen zu besichtigen, und die 1735 errichtete Kapelle St. Antonius von Padua mit ihrem sehr schönen Barockaltar kurz vor der Einmündung zurück in die K 36. Wenige Schritte weiter und wir sind wieder auf der Siegbrücke und am Ausgangspunkt Haus Attenbach.

Freiherr und Eremit

August Horn, Verfasser eines frühen Reiseführers über „Das Siegtal“ (1854) erwähnt ihn nur am Rande als kurzfristigen Besitzer des alten Rittersitzes Haus Attenbach: Karl Theodor Maria Hubert Freiherr von Hallberg-Broich, genannt „Eremit von Gauting“, seines Zeichens europaweit bekanntes Original, Soldat, Schriftsteller, Weltreisender, unberechenbar, größenwahnsinnig und skrupellos. Karl August Varnhagen von Ense notiert am 22. Juni 1840 in seinem Tagebuch, er habe „Freiherr von Hallberg“ getroffen, „mit langem weißen Bart, Ordenssternen, alter Sonderling, geckenhaft, widrig anzusehen.“ Und der Autor des Artikels über Hallberg in der „Allgemeine Deutsche Biographie“ von 1879 schreibt: „Sein Stil ist geschmacklos und verschroben, ungeheuerlich und grob.“ Wer war dieser Kurzzeiteigner von Haus Attenbach?

Freiherr von Hallberg erblickt 1768 auf Schloss Broich bei Duisburg das Licht der Welt, geht in Köln zur Schule und sucht schon im Alter von zehn Jahren das Weite: Er heuert auf einem Rheinschiff an, flüchtet nach England, landet schließlich als Matrose in Triest und kurz darauf als Kadettenschüler in Wien. Mit 15 tritt er als Leutnant in Jülich in Dienst des Kurfürsten. 1793 stirbt sein Vater, Hallberg bezieht das Familienschloss und sucht bald wieder die Ferne: England, Schweden, Norwegen, Russland, Konstantinopel, Syrien, Griechenland, Sizilien, Tunis, Spanien. Im Jahre 1800 macht er eine kurze Pause und heiratet Caroline Freie von und zu Olne. Ein von Napoleon ausgeschicktes Kommando verdirbt die Flitterwochen, indem es Hallberg nach Frankreich verschleppt. Der Vorwurf: Er habe mit einer verkleideten Räuberbande französische Beamte überfallen und ermordet. Caroline folgt ihm, wirft sich Napoleon zu Füßen und erreicht die Begnadigung ihres Mannes, was ihn nicht daran hindert, sie die ganze Ehe hindurch zu quälen und zu beleidigen. 1832 verlangt er gar, sie möge ihre Liebe durch einen Sprung aus dem Fenster beweisen. Sie springt und stirbt.
Nach der Napoleon-Episode versucht Hallberg sich an Frankreich zu rächen und mit 6.000 Soldaten, die ihm der Bey von Tunis geliehen hat, in Italien einzufallen. Noch bevor er in Italien landen kann, schnappen ihn die Englänger, schleppen ihn nach London und sperren ihn für sechs Monate in den Kerker, weil er angeblich ein französischer Spion sei.

1814 setzt Hallberg seinen Feldzug gegen die Franzosen fort, organisiert mit 30.000 Soldaten einen Landsturm, überquert bei Koblenz den Rhein, nennt sich „Feldobersthauptmann“, beteiligt sich an der Befestigung der Stadt Köln, versorgt die russischen Truppen mit Lebensmitteln, wird zum „General-Marsch-Commissair der russischen kaiserlichen Truppen“ ernannt und schließlich 1815 Leiter der Generalpolizei aller Armeen in Paris. Er hofft, als Belohnung für seine patriotischen Dienste gegen Frankreich Herzog von Berg oder Jülich werden zu können. Als das nicht geschieht, schreibt er die Satire „Das politische Kochbuch“ und provoziert einen Haftbefehl, vor dem er 1817 nach Schweden flüchtet. In Stockholm plant er mit unzufriedenen Adeligen den Sturz des schwedischen Königs, um selbst den Thron zu besteigen. Er wird unter polizeiliche Aufsicht gestellt und ausgewiesen, geht nach Bayern und kauft das Schloss Fußberg bei Gauting. Die örtliche Bevölkerung verspottet ihn als „Eremit von Gauting“, was ihn aber eher belustigt denn verärgert.

1824 kommt er auf die Idee, die Moore nahe München trocken zu legen. König Max von Bayern ist ganz begeistert und schenkt ihm Land und Geld, um seine Pläne zu verwirklichen. Neben diesem Projekt bleibt noch genug Zeit für ausgedehnte Fuß(!)reisen: 1823 bis 1825 marschiert er durch die Niederlande, 1835 durch Algerien, 1836 durch den Orient, 1839 durch England und Schottland, 1842 über Russland und Armenien bis nach Persien (wo er mit dem Sonnen- und Löwenorden des Schahs ausgezeichnet wird) und 1847 über Rom und den Orient bis nach Persien. Auch diese letzte Reise unternimmt der mittlerweile 69jährige zu Fuß. Über fast alle seine Reisen hat er Bücher geschrieben und veröffentlicht.

Am 17. April 1862, 30 Jahre nachdem seine Frau aus dem Fenster gesprungen war, stirbt er im für die damalige Zeit enormen Alter von 93 Jahren auf Schloss Hörmannsdorf bei Landshut.

Die „Allgemeine Deutsche Biographie“ schließt ihren Beitrag über Hallberg mit der Bemerkung, er habe „den Mangel einer gediegenen Jugendbildung vergeblich hinter barocken Einfällen zu bergen“ versucht. Sein Einfall, Haus Attenbach zu renovieren zeitigte nur kurze Erfolge: Nachdem er es verlassen hatte, verfiel es zusehends und lag lange Zeit einsam hinter Baum und Busch versteckt. Kein Wunder, dass sich bald wüste Gespenstergeschichten um das Haus rankten. Professor Helmut Fischer erinnert an eine legendenhafte Episode, die sich dort kurz nach dem Wegzug Hallbergs zugetragen haben soll.
Ein mutiger Bauernbursche wollte die Sache mit den Gespenstern näher untersuchen und verbrachte eine Nacht in Attenbach. Punkt Mitternacht erschien das Gespenst in Gestalt einer mit Ketten klirrenden Kuh. Der Bauernbursche feuerte die Pistole ab, die er sich zu seinem Schutz mitgebracht hatte, und erlegte den vermeintlichen Geist mit einem Schuss. Wie sich herausstellte hatte er keineswegs ein Gespenst erschossen, sondern einen seiner Freunde, der sich nur einen Spaß hatte machen wollen.

Wallfahrten in Bödingen

Wieder einmal eine Legende: Dem Junggesellen Christian von Lauthausen, so besagt die Geschichte, sei im April 1397 die Jungfrau Maria mit dem vom Kreuz genommenen Jesus auf dem Schoß erschienen. Er habe den Auftrag erhalten, in Köln eine Darstellung der Maria schnitzen zu lassen und das Werk in Bödingen aufstellen zu lassen. Er tat wie ihm geheißen und verehrte das Bild, indem er Tag und Nacht eine Kerze davor brennen ließ. Das Wunder der Erscheinung lockte bald mehr und mehr Menschen nach Bödingen. Ob es stimmt, weiß Christian von Lauthausen alleine. Fest steht jedoch, dass ein Christian einen Bilderstock aufstellen ließ, um den sich Menschen sammelten, die von seiner Wundertätigkeit überzeugt waren. Der Geistinger Pfarrer Peter Meisenbach erkannte das Potential, wie man heute prosaisch sagen würde, und betrieb ab 1397 den Bau einer Kirche.

Bis 1408 – die Ereignisse waren bis Rom vorgedrungen – war das Gotteshaus vollendet, 1411 erfolgte die Genehmigung von vier Priesterstellen durch den Papst, 1412 die kanonische Errichtung von Kirche und Priesterschaft. 1424 wurden Priestergemeinschaft und Kirche in ein Augustiner-Kloster umgewandelt. Waren die Lebensbedingungen der Mönche zu Beginn ärmlich, nahm der Klosterbesitz dennoch ständig zu. Mit dem Kauf von Höfen und Ländereien hatte schon Meisenbach begonnnen. Als das Kloster 1803 im Zuge der Säkularisation aufgehoben wurde, gehörten dem Kloster 16 Höfe, zahlreiche Grundstücke, Ländereien und mehrere Häuser. Zusammen mit Kirche und Kloster entstand auch der Ort Bödingen und das ursprüngliche Bödingen in unmittelbarer Nachbarschaft wurde zu Altenbödingen.

Das Ziel der Wallfahrten von Menschen aus Nah und Fern war von Anfang an das Gnadenbild Marias. Eine Nachbildung ist am Tor zum Kirchhof angebracht. Man betete – und betet bis heute – vor dem Bild um Erlösung von seelischen und körperlichen Leiden. Die Klostergeschichte war immer verbunden mit zahlreichen Wunderzeichen und Gebetserhörungen. Das bis heute gefeierte Kompassionsfest – Fest der sieben Schmerzen Mariä, seit 1717 durch Papst Benedikt XIII. für die ganze Kirche verbindlich – wurde in Bödingen wie im ganzen Rheinland nach Anordnung des Kölner Erzbischofs bereits seit 1423 gefeiert: seit bald 600 Jahren am vierten Freitag nach Ostern.

Ab 1803 ging die Bedeutung des Wallfahrtsortes Bödingen stetig zurück, umso mehr, nachdem das Kloster aufgehoben und die Gebäude veräußert und anderweitig genutzt wurden. Dennoch finden bis heute Wallfahrten statt, seien es Gruppenfahrten oder persönliche Wallfahrten. Die Bedeutung von Kirche und Kloster wird angesichts des hervorragend renovierten Zustandes augenfällig. Direkt hinter dem Tor zum Kirchplatz befindet sich außerdem seit 1984 ein Denkmal, das die Gründungslegende darstellt. Abgesehen davon ist die Bödinger Pfarrkirche „Zur schmerzhaften Mutter“ durch ihre exponierte Lage von fast überall in Hennef gut zu erkennen und oftmals Orientierungspunkt und Wegweiser für Wanderer und Radfahrer.

Gemeinde Lauthausen

Man sagt, der Name Lauthausen sei im frühen Mittelalter als Zusammensetzung der Wörter „Ludo“ und „Hausen“ entstanden und habe soviel bedeutet wie „bei den Häusern des Ludo“. Im Mittelalter war Lauthausen eine Honschaft, also eine kleine Verwaltungseinheit, und gehörte mit der Honschaft Bödingen zum Kirchspiel Eigen. Später wurde die Honschaft Bödingen mit der Honschaft Lauthausen vereinigt. 1806 teilen die Franzosen ihren Einflussbereich in Departements ein. Das Herzogtum Berg wird mit Frankreich verbunden und zum Großherzogtum Berg erklärt. Der „Kanton Hennef“ mit den Mairies (Bürgermeistereien) Uckerath, Lauthausen, Neunkirchen, Hennef und Oberpleis liegt im Arrondissement Mühlheim, das sich im Departement Rhein befindet. Die Mairie Lauthausen wird dabei aus Teilen der beiden Kirchspiele Eigen und Geistingen gebildet. Der Mairie werden außerdem die alten Honschaften Altenbödingen, Braschoß (mit Kaldauen, Seligenthal und sechs weiteren Ortschaften) und Happerschoß zugeschlagen. Ab 1815 übernehmen die Preußen das Gebiet, Lauthausen bleibt Bürgermeisterei, Verwaltungssitz ist Bödingen. Eine Volkszählung ergibt, dass 1828 im Bereich der Bürgermeisterei Lauthausen 3.075 Einwohner leben.

Im Wesentlichen bleibt es über 100 Jahre bei dieser Gemeindestruktur. 1933 wird der Verwaltungssitz nach Allner verlegt und 1955 wird die Gemeinde Braschoß (außer Seligenthal) der Stadt Siegburg einverleibt. Die Gemeinde Lauthausen besteht nun aus 19 Ortschaften: Altenbödingen, Allner, Berg, Bödingen, Bröl, Bröltal, Driesch, Halberg, Happerschoß, Heisterschoß, Klingeltal, Lauthausen, Münchshecke, Müschmühle, Niederhalberg, Oberauel, Oberhalberg, Oppelrath und Seligenthal. Zur gleichen Zeit baut die Gemeinde in Allner einen neuen Verwaltungssitz, der 1964 noch erweitert wird. Das 1935 entwickelte Gemeindewappen stellt den Ortsnamen bildlich dar und zeigt oberhalb eines Hauses eine das Horn “laut“ blasende Figur.

Das Jahr 1969 brachte eine grundlegende Veränderung in der Geschichte der Gemeinde: Zusammen mit den Gemeinden Hennef und Uckerath wurde Lauthausen zur Gemeinde Hennef vereinigt und verlor somit seine uralte Selbstständigkeit. Das Rathaus in Allner diente noch bis 1999 als Sitz des technischen Dezernates der Hennefer Gemeinde- und Stadtverwaltung.

Naturschutzgebiet Dondorfer See

Manch ein Wanderer hält den Dondorfer See für einen natürlichen See, der schon seit langer Zeit existiert. Das ist nicht ganz richtig und nicht ganz falsch. Er ist eine Mischung aus beidem – seit langem urwüchsiges Auengebiet, durch Menschenhand nahezu zerstört, und wiederum von Menschen zu dem gemacht, was er heute ist. Der Reihe nach…

Bis vor rund 160 Jahren befand sich an Stelle des heutigen Naturschutzgebietes Dondorfer See eine alte Flussschleife der Sieg. Im Zuge der Industrialisierung wurde das Gebiet durch den Eisenbahndamm um 1860 von der Sieg abgetrennt und teilweise trockengelegt. Ab Mitte der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts bis 1990 begannen verschiedene Firmen an der Stelle des heutigen Sees mit umfangreichem Kiesabbau, wobei ausgebeutete Auskiesungsbereiche rekultiviert wurden und die so gewonnenen Wasserflächen gemäß einem Nutzungsplan von 1973 dem „ruhigen, nicht störenden Erholungsbetrieb mit kleinen Ruderbooten, Schlauchbooten, Tretbooten und Segelbooten mit starren Segeln“ dienen sollten. 1982 wurde am Ostufer sogar ein Bootshaus errichtet. Bis 1989 wurde die Freizeitnutzung immer intensiver, dann setzten sich die Naturschützer durch: Ab 1989 war das Surfen nicht mehr gestattet. 1990 wurde der letzte Kies abgebaut und der letzte Auskiesungsabschnitt rekultiviert. 1997 schließlich wurde der See als Naturschutzgebiet ausgewiesen. 

Das Naturschutzgebiet Dondorfer See ist 42,6 Hektar groß. Es zeigt die typische Biotopstruktur einer Auenlandschaft samt der dazugehörigen Pflanzen und Tieren. Der See ist als Nahrungs-, Rast- und Brutbiotop für Wasservögel bedeutsam. Neben ungefähr 50 Brutvogelarten wie Haubentaucher oder Sumpfrohrsänger kommen auch zahlreiche Wintergäste und Durchzügler vor, darunter acht verschiedene Entenarten, beispielsweise Tafelenten oder Schellenten. An den Flachufern wachsen auch speziell an die unterschiedlichen Wasserstände angepasste Pflanzenarten, wie das Mauer-Gipskraut oder die Nadel-Sumpfsimse. Insgesamt sind im Naturschutzgebiet fast 100 Arten beheimatet, die aktuell in den Roten Listen der gefährdeten Pflanzen und Tiere Nordrhein-Westfalens und Deutschlands verzeichnet sind.

Zum Schutz der Natur müssen Spaziergänger einige Verhaltensregeln beachten, insbesondere muss man sich leise verhalten, darf Tiere nicht stören, beunruhigen oder gar fangen. Blumen darf man nicht pflücken, Hunde gehören an die Leine, am gesamten See ist das Baden verboten. Kurz: Man darf hier spazieren gehen. Und die einmalige Natur beobachten und – bewundern.




© Stadt Hennef